Von Geschäften und Guitarren

Die Gegend in Nagoya, wo man so ziemlich alles an Bären steppen und an Päpsten in Kettenhemden boxen sehen kann, ist die weitere Umgebung von Sakae. Hier gibt’s die größte Konzentration an Bars, Restaurants, Discos und sonstigen Amusement.

Hier findet man den Nagoya TV Tower (alias "Eiffel-Turm Mk. III")...

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...eine futuristische Kombination aus Busbahnhof und Einkaufszentrum namens "Oasis 21"...

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...das neue Robotermuseum...

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...und ein etwas ungewöhnlich plaziertes Riesenrad.

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Darüberhinaus gibt es hier Unmengen an riesigen Kaufhäusern und anderen Geschäften.

Shopping in Japan ist aber gar nicht so einfach. Selbst wenn man weiß, wo ein bestimmter Laden sein soll, kann es schwierig werden, ihn zu finden. 

In dem folgenden Bild verstecken sich mehr als dreißig Geschäfte. Findet sie alle!

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Des Rätsels Lösung: in Japan neigt man zum Stapeln. In so einem Hochhaus mit sechs oder sieben Stockwerken findet man dann beispielsweise elf kleinere Boutiquen auf einer Etage, was man dann eben erst feststellt, wenn man sich die vollbepackte Tafel am Eingang des Gebäudes durchliest. Das hier sind zum Beispiel nur die Läden, die im fünften Stock dieses Gebäudes zu finden sind:

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Wer genau hinsieht (und wen’s interessiert) kann in der oberen Reihe vielleicht "Moi-même-Moité" ausmachen. Der Goth von Welt wird’s kennen. Der Laden ist einfach zu finden: an der Kreuzung, wo Tiffany & Co. ist, gegenüber von Louis Vuitton.

Aber die Angewohnheit, Geschäftstraßen vertikal zu errichten, ist nicht das einzige Problem dabei, den richtigen Laden in Japan zu finden. Hinter vielen Läden steckt einfach nicht, was man anhand des Namens und des Schilds erwarten würde.

Kein Obstgeschäft:

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Kein Obstgeschäft:

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Keine kalifornische Hähnchenbraterei:

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Kein Geschäft für altbackenes Diätbrot:

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Kein Geschäft für Dinge, die man in einem Laden namens "Danke" kaufen würde:

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Kein... äh...

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(Aber: hier gibt's "Private Wear & Goods". Denkt mal darüber nach, was das sein könnte...)

Hin und wieder gibt’s auch Treffer. Eine sinnvolle Verbindung zwischen "Samson & Delila" und Haareschneiden besteht.

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Aber man kann in Sakae nicht nur eine Menge Geld loswerden. Insbesondere am Wochenende ist das der Ort, wo sich die Jugendlichen treffen, um zum Beispiel ihr Dienstmädchenoutfit zur Schau zur Stellen...

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...oder um zu japanischer Rockmusik im Stile der 1950er Jahre das Tanzbein zu schwingen.

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Da soll noch mal jemand sagen, es gäbe keine originelle Jugendkultur mehr.

Ebenso häufig findet man hier Nachwuchsmusiker, die die Gelegenheit nutzen, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die hier klangen zum Beispiel etwas nach "Green Day".

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Solche Auftritte können durchaus auch im etwas größeren Rahmen stattfinden. Irgendwie scheint es fast jedes Wochenende (zumindest im Sommer) in einem Park etwas nördlich des Nagoya Expressways Festivitäten mit unzähligen Imbißständen und Livemusik zu geben. Da konnte man unter anderem diese Girlpunkband sehen.

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Klangen ein wenig nach "Green Day" – wenn "Green Day" eine Girlband wäre.

Aber es gibt auch kleinere, bescheidenere Acts, wie dieses Mädel hier:

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Die klang schon ganz stark nach Heather Nova – wenn sie "Green Day" covert.

Demnächst: Von Reitern und Rosa Drachen

© 2006 Simon Janich