Tokyo Hotel

Der Forschungsteil ist abgeschlossen – jetzt ist Urlaub angesagt. Jipieh!

Erster Stop: Tokyo. Acht Millionen Einwohner. Fast jeder zehnte Japaner lebt im Großraum Tokyo. Eine der größten Städte der Welt. Und ein U-Bahnsystem, dessen Übersichtsplan das Wort "Übersicht" verspottet.

TokyoSubway

Mein Hotel lag in Asakusa, im Nordosten Tokyos, wo eine der berühmteren Sehenswürdigkeiten Tokyos zu finden ist: der Senso-ji Tempel mit der fünfstöckigen Pagode.

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Im Tempel soll eine goldene Götterstatue liegen, die 628 n. Chr. von ein paar Fischern aus einem Fluß in der Nähe gezogen wurde. Zu sehen bekommt man diese Statue natürlich nicht – es wird auch ein ziemliches Geheimnis darum gemacht.

An der Größe des Lampions kann man erkennen, daß das ein buddhistischer Tempel ist.

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Direkt in der Nähe findet man eine Einkaufspassage, in der man allerhand traditionelles japanisches Kunsthandwerk kaufen kann – von Holzschnitten, über Götterstatuen und Kimonos (und zu den Kimonos passenden Perücken), bis hin zu Godzilla-Figuren.

Nicht weit von dem Tempel liegt der Hauptsitz der Asahi-Brauerei, einer der bekanntesten japanischen Biermarken.

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Das Gebäude stellt ein Bierglas dar. Das goldene Etwas daneben gehört auch dazu. Und soll vermutlich auch irgendwas darstellen.

Recht nahe bei Asakusa ist Ueno, mit dem Ueno Park, der die höchste Dichte an Museen in Tokyo bietet. Zur Zeit kann man da zum Beispiel eine Salvador Dali-Ausstellung finden.

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Ja, ich war drin.

Der Ueno-Park war übrigens auch Schauplatz einer der letzten Schlachten zwischen den entmachteten Samurai und den kaiserlichen Truppen der Meiji-Ära. Wer "Der Letzte Samurai" gesehen hat, weiß wovon die Rede ist. Auch wenn weder die Schlacht von Ueno im Film vorkamen, noch Tom Cruise im Park war.

Der Samurai mit seinem Hund, dem im Park eine Statue aufgestellt wurde, hat mit der Story aber nichts zu tun.

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Wer am historischen Tokyo interessiert ist, als es noch Edo hieß (also zwischen 1600 und 1868), kann sich das Fukagawa Edo Museum ansehen. Dort wurde einige Strassen und Gebäude originalgetreu nachgebaut, und das Ganze mit Lichtwechseln, die verschiedene Tageszeiten simulieren, und Toneffekten (z.B. Marktschreier) in Szene gesetzt. So kann man einen Eindruck gewinnen, wie die Stadt zur der Zeit aussah.

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Beengt.

Das ist übrigens nicht das einzige Museum dieser Art in Tokyo. Es gibt noch ein zweites, größeres, in der der nicht nur einige Straßen aus der Edo-Zeit, sondern auch aus der späteren Meiji-Periode (um 1900) nachgebaut wurden. Da war ich allerdings nicht.

Aber Tokyo ist auch für seine modernen, vor Leben nur so brodelnden Shoppingmeilen bekannt. Das ist die wohl bekannteste und exklusivste: Ginza.

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Hier findet man alles, was Rang und Namen hat und wo man seine leichtverdienten Millionen verheizen kann: Prada, Ralph Lauren, Lagerfeld, Chanel, Tiffany & Co., Brooks Brothers (nebenbei bemerkt wahrscheinlich eines der ältesten ausländischen Geschäfte in Japan), …

Okay, die findet man anderswo auch – aber da belegen die in der Regel keine fünfstöckigen Gebäude.

Etwas weniger exklusiv und mehr auf jüngeres (weniger vor Geld stinkendes), aber superhippes Publikum ausgerichtet: Shibuya.

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Falls ihr euch jemals gefragt habt, wo in Tokyo diese Riesenkreuzung ist, über die gleichzeitig aus allen Richtungen kommend hunderte von Menschen strömen, sobald die Ampel umschlägt – das ist hier.

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Dann gibt es Shinjuku.

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Hier… halt, Sekunde – das ist wieder Shibuya.

Das ist Shinjuku.

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Vielleicht nicht ganz so superhip wie Shibuya, aber man kann hier trotzdem alles bekommen, was das Herz begehrt.

Wer sich mehr für die neuesten elektronischen und elektrischen Geräte interessiert – sein es Digitalkameras, Computer, Videospiele, Fernseher oder japanische Luxustoiletten – wird in Akihabara fündig.

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Oh, Entschuldigung – das ist nochmal Shinjuku. Akihabara ist das:

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Wer dann nach anstrengendem Shopping den Tag bei einem alkoholischen Getränk ausklingen lassen (und einer noch größeren Menge ausländischer Touristen als anderswo über den Weg laufen) möchte, kann das in Roppongi tun.

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Hier wird man allerdings… Moment mal – das ist Kyoto. 

Ach, was soll's…

In Roppongi (Abb. ähnlich) wird man allerdings alle fünf Meter (und das ist keine Übertreibung) von irgendwelchen – ausgesprochen aufdringlichen – Leuten angesprochen, ob man nicht für 7000 ¥ (etwa 50 €) Eintritt ein paar (in der Regel überteuerte und verwässerte) Getränke in dieser oder jener Bar zu sich nehmen möchte. Merkwürdigerweise sind diese Schlepper fast ausschließlich Schwarzafrikaner oder Fummeltrienen (aber keine schwarzafrikanischen Fummeltrienen). Ich vermute, die entsprechende Syndikate haben sich bei der Verteilung der Zuständigkeitsbereiche über den Tisch ziehen lassen. ("Die Yakuza bekommen das Glücksspiel, die chinesische Triaden die Prostitution, die russische Mafia die Drogen… und das afrikanische Syndikat und die Vereinigten Fummeltrienen teilen sich das Kneipenschleppergeschäft.")

Ansonsten gibt’s noch Harajuku und Aoyama, aber ich denke, wir können uns vorstellen, wie es da aussieht…

Bevor dann meine Zeit in Tokyo zu Ende gegangen ist, hab’ ich nochmal schnell bei Kaisers vorbeigeschaut.

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Die waren aber gerade beim Essen, da wollte ich nicht stören. Aber immerhin: der japanische Kaiser ist wahrscheinlich der einzige, der im Herbst Kirschblüten im Garten hat.

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So sieht’s übrigens aus, wenn beim Kaiser mal das Laub gefegt werden muß:

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Soviel zu Tokyo.

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Als nächstes: Hiroshima.

© 2006 Simon Janich